Mit über 160 Währungen wird weltweit der Zahlungsverkehr abgewickelt

Währungen Weltweit

Übersicht über die Währungen WeltweitGeld regiert die Welt – und dies geschieht mithilfe von Währungen. Im Alltag haben wir jeden Tag direkt oder indirekt mit Währungen zu tun: Der stabile Euro führt zu Wirtschaftswachstum und Wohlstand, Währungsschwankungen bestimmen Preise, und wenn wir ins nichteuropäische Ausland verreisen ist Währungswechsel ein wichtiges Thema. Auf dieser Informationsseite beantworten wir wichtige Fragen zum Thema Währungen weltweit.

Vorwort

Wer sich näher mit dem Thema Währung beschäftigt, stößt auf viele Fragen: Was bedeutet eigentlich Währung? Wie haben sich Währungen etabliert? Wie hat sich die Währung geschichtlich entwickelt? Wer kontrolliert das Währungssystem und die Währungspolitik? Was ist eine Währungskrise? Was ist der Unterschied zwischen einer freien und einer gebundenen Währung etc.

Eine Währung dient dem jeweiligen Staat als gesetzliches Zahlungsmittel. Sie ermöglicht einen einheitlichen Handel von Gütern und Dienstleistungen. Anders als bei früheren Tauschgeschäften stellt eine Währung einen festen Gegenwert dar, mithilfe dessen die Bevölkerung eines Landes Produkte oder erbrachte Dienstleistungen bezahlen kann.

Währungen werden von Politik und Wirtschaft beeinflusst. Im Alltag begegnet uns das Thema Währung hauptsächlich im Zusammenhang mit Auslandsreisen bei der Wahl der Zahlungsmittel. Das Thema Währung ist vielschichtig, oft unüberschaubar. Derzeit existieren weltweit über 160 offizielle Währungen, die wir auf dieser Seite näher beleuchten. Wichtige Fragen zum komplexen Themenfeld Währungen werden verständlich beantwortet.

Was bedeutet eigentlich Währung?

Offizielle Definition

Währung ist definitionsgemäß „ein gesetzliches Zahlungsmittel eines Landes oder der Länder einer Währungsunion“. Währung beinhaltet die „Verfassung und Ordnung des gesamten Geldwesens eines Staates die insbesondere die Festlegung des Münz- und Notensystems innerhalb des Währungsraums betrifft“ (Definition Währungslexikon).

Währung – einfach erklärt

Der Begriff Währung hat den Ursprung in der mittelhochdeutschen Bezeichnung „Werunge“. Dies bedeutet Gewährleistung (eines Rechts, einer Qualität, eines Maßes, eines Münzgehalts).

Eine Währung ist eine Form des Zahlungsmittels, die normalerweise von den Behörden einer bestimmten Gerichtsbarkeit herausgegeben wird. Eine Währung erfüllt drei Funktionen:

  • Rechnungseinheit
  • Wertanlage
  • Tauschmittel

Volkswirtschaftlich versteht man unter dem Begriff Währung das gesamte System des Geldwesens eines Staates oder einer Staatengemeinschaft. Der Begriff „Zahlungsmittel“ wird als Synonym im Zusammenhang mit Transaktion in verschiedenen Landeswährungen verwendet. Währungen eines anderen Landes werden „Devisen“ genannt.

Wie viele Währungen gibt es weltweit?

Währungsvielfalt – ein Überblick

Derzeit existieren 195 Staaten, welche die volle völkerrechtliche Staatsqualität besitzen. In diesen Staaten gelten 162 Währungen als gesetzlich anerkannte und somit offizielle Zahlungsmittel. Das Defizit von 195 Staaten zu 162 Währungen füllen Länder, die einer Währungsunion angehören. Ein prominentes Beispiel ist die Europäische Währungsunion, in welcher sich derzeit 19 Staaten den Euro als Einheitswährung – den Euro – teilen. Auch auf dem afrikanischen Kontinent teilen sich mehrere Länder die Währung CFP-Franc.

Auch innerhalb der Europäischen Union gibt es nicht nur den Euro, sondern noch andere Währungen, beispielsweise das englische „Pfund Sterling“ oder die schwedischen „Kronen“.

Neben dem Euro ist der amerikanische Dollar die prominenteste Währung. Sie ist nicht nur in den USA, sondern weltweit verbreitet.

Nicht alle Währungen besitzen die gleiche Stabilität und Bedeutsamkeit. Wenige Währungen stechen heraus werden als die wichtigsten Währungen der Welt gehandelt. In diesen Währungen werden Geldreserven gebunkert, Transaktionen getätigt und auch andere Währungen sind an sie gekoppelt.

Wichtigste Währungen weltweit

Teuerste Währungen weltweit

➛ US-Dollar
➛ Euro
➛ Britisches Pfund
➛ Japanischer Yen
➛ Chinesischer Renminbi
➛ Kuwait Dinar
➛ Bahrainischer Dinar
➛ Osmanischer Rial
➛ Britisches Pfund
➛ Euro

*Stand 2019

Was ist eine Leitwährung?

Eine Leitwährung ist eine Währung, welche über die Grenzen ihres Ursprungslandes hinaus in besonderem Maße als Zahlungsmittel verwendet wird. Paradebeispiel ist der US-Dollar. Er gilt seit dem Zweiten Weltkrieg als Leitwährung, denn z. B. Ölpreise werden grundsätzlich in Dollar berechnet. Zahlreiche andere Währungen haben sich dadurch an den US-Dollar gebunden.

Der Dollar besitzt einem weltweiten Anteil von 63% aller Devisenreserven (Stand 2018). Somit hat er einen enormen Einfluss auf den Weltmarkt.

Seit 2002 zählt auch der Euro zu den Leitwährungen. Mit einem Anteil von immerhin 16% bezogen auf die internationale Verwendung, setzt er sich in immer mehr Volkswirtschaften durch. Hinzu kommt, dass der Euro eine hohe Stabilität aufweist.

Da des Begriffs der Leitwährung nicht gesetzlich festgelegt ist, werden auch andere Währungen als Leitwährungen betrachtet. Das britische Pfund beispielsweise hat eine lange Tradition in den Staaten des British Commonwealth eine starke Rolle.

In asiatischen Ländern war der japanische Yen jahrzehntelang von großer Relevanz. Inzwischen gibt er seine Schlüsselrolle immer mehr an den chinesische Renminbi aufgrund seiner originären Verbreitung ab.

Die Deutsche Mark wurde vor der Euroeinführung aufgrund ihrer Stabilität auch als Leitwährung für die innereuropäische Wirtschaft betrachtet.

Währungsunionen

Gemeinsam sind wir stärker – diese Weisheit gilt auch für Währungen. Eine Währungsunion ist der Zusammenschluss von mehreren Staaten mit verschiedenen Währungen zu einem einheitlichen Währungsraum. Das Geld der ursprünglichen Währung der einzelnen Staaten wird in einem bestimmten Verhältnis in das neue, einheitliche Zahlungsmittel umgerechnet. Der Wert des Geldes bleibt in vollem Umfang erhalten. Auch die Kaufkraft ändert sich dadurch nicht.

Das erklärte Ziel einer Währungsunion ist die Stabilität der Einheitswährung.

Für die teilnehmenden Staaten gelten strenge Aufnahmekriterien. Dies soll gewährleisten, dass nur Länder mit einer stabilen Währung an der Währungsunion und einer starken Wirtschaft partizipieren.

Das bekannteste Beispiel einer Währungsunion ist die Einführung des Euro innerhalb von inzwischen 19 teilnehmenden Staaten der Europäischen Währungsunion. Durch die Währungsunion können die Möglichkeiten des europäischen Binnenmarktes voll genutzt werden. Unternehmerische Kooperationen innerhalb der Eurozone werden vereinfacht, die Voraussetzungen für Wachstum und Beschäftigung verbessern sich.

Was ist der Unterschied zwischen Geld und Währung?

Geld ist die Gesamtheit der vom Staat hergestellten Münzen und Banknoten. Geld wird als Zahlungsmittel verwendet. Es besitzt einen festgelegten Wert. Die Bezeichnung Geld impliziert drei Eigenschaften:

  • Tauschmittel
  • Recheneinheit
  • Wertaufbewahrungsmittel

Geld ist ein somit volkswirtschaftliches Organisationsmittel.

Im Unterschied zum Geld werden die in einer Wirtschaftsregion gültigen Münzen und Banknoten – das bedeutet das staatlich geregelte Geldwesen eines Staates oder einer Staatenunion – als Währung bezeichnet.

Der Wert ist das größte Unterscheidungsmerkmal zwischen Geld und Währung.

Geld besitzt einen festen, unveränderlichen Wert. Eine Währung ist definiert durch die Darstellung eines Wertes, welcher sich kontinuierlich verändern kann. Der Begriff Währung umschreibt also die gesetzlichen Rahmenbedingungen, über welche das Geldwesen definiert ist.

Was bedeutet freie und gebundene Währung?

Freie Währung

Als freie Währung wird eine Währung bezeichnet, die nicht an eine bestimmte Deckung gebunden ist, deren Binnenwert also rein durch die Zentralbank gesteuert wird (Definition Wirtschaftslexikon).

Freie Währungen sind an keinen stofflichen Wert gebunden. Die gesetzlichen Zahlungsmittel bestehen aus Scheinen und Münzen.

Die heutigen Währungen sind freie Währungen.

Gebundene Währung

Gebundene Währungen sind definitionsgemäß festgelegte Mengen eines materiellen Mediums. In den meisten Fällen sind dies Edelmetalle wie Gold oder Silber, welche gegen einen bestimmten Geldwert gegen dieses Medium eingetauscht werden können.

Bei den gebundenen Währungen unterscheidet man zwischen monometallistischen und bimetallistischen Währungen. Monometallistische Währungen basieren nur auf einem Edelmetall, das bedeutet entweder auf Gold oder auf Silber. Bei der der bimetallistischen Währungen dienen die zwei Edelmetalle Gold und Silber als Währungsmetalle.

Wie werden Währungen gesteuert?

Abhängig von der politischen und wirtschaftlichen Organisation eines Staates wird die Währung bzw. die Währungspolitik vom zuständigen Finanzminister oder der Zentralbank des Landes kontrolliert.

In östlichen Ländern ist in der Regel der Finanzminister verantwortlich, während die Zentralbanken in den westlichen Ländern meist weitestgehend ohne politischen Einfluss agieren.

Ein gutes Beispiel ist die aktuelle Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank, die den Leitzins der Einheitswährung Euro bei 0% belässt, obwohl dies einigen Finanzministern missfällt. Dies zeigt deutlich, dass die Zentralbanken in westlichen Staaten autonom agieren.

Aber auch das internationale Wirtschaftsnetz hat Einfluss auf Währungen. Der internationale Devisenmarkt ist der Markt mit weltweit sehr großem Handelsvolumen. Rund um die Uhr wird Geld in Milliardenhöhe gehandelt. So wechseln beispielsweise täglich ca. 1,8 Trillionen US-Dollar den Besitzer.

Das Handelsvolumen für internationale Devisen ist so umfangreich, weil global agierende Unternehmen für Ihren Handel mit Waren und Dienstleistungen verschiedenster Staaten Devisen benötigen, um Transaktionen vor Ort tätigen zu können.

Wer bestimmt den Wert des Geldes?

Der Geldwert ist die binnenwirtschaftliche Kaufkraft des Geldes, d. h. die Menge von Gütern, die man für eine bestimmte Geldmenge kaufen kann – der Binnenwert. Steigen die Preise, sinkt der Geldwert und umgekehrt. Außenwirtschaftlich ist der Geldwert der Wert einer Währung beim Tausch in fremde Währungen – der Außenwert (Wirtschaftslexikon).

Der Wert des Geldes wird bestimmt aus dem Verhältnis von umlaufender Geldmenge zum aktuellen Warenangebot.

Einfluss von Politik auf Währung und Wirtschaft

Investoren setzen ihr Geld in stabile Staaten mit einem sicheren Wirtschaftssystem und einer stabilen politischen Führung. Gibt es beispielsweise politische Unruhen, so werden die Investoren verunsichert und investieren ihr Geld in sicherere Länder. Darunter leidet die Wirtschaft, die Währung wird abgewertet.

Auch soziale Instabilitäten, wie z. B. eine deutliche Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Regierung kann Desinvestitionen und somit eine Destabilisierung der Währung zur Folge haben.

Auch bei Ereignissen wie Neuwahlen, Volksabstimmungen oder im Einzelfall auch Reden wichtiger Politiker kann das filigrane Währungssystem ins Wanken geraten.

Was bedeutet manipulierte Währung?

Manipulierte Währungen sind definitionsgemäß Währungen, bei welchen der Geldwert nicht an den Wert eines anderen Gegenstands – vor allem Gold wie bei Goldwährung – gebunden ist, sondern der Geldwert (die Währungsstabilität) durch entsprechende Geldpolitik der Zentralbank bzw. Währungsbehörden aufrechterhalten wird. Das bedeutet, die umlaufende Geldmenge ist nicht mehr von dem Bestand eines „Metallkerns“ abhängig, sondern wird durch das Manipulieren der Notenbank bestimmt.

Die Aufgabe der Notenbank ist unter anderem die Erhaltung der Kaufkraft des Geldes. Im Klartext: Die Wertbeständigkeit einer manipulierten Währung ist immer dann in Gefahr, wenn die Notenbank bezüglich der Geldmenge eine unvernünftige Politik betreibt oder seitens der Bevölkerung der Notenbank kein Vertrauen mehr entgegengebracht wird.

Um zu vermeiden, dass der eigene Wechselkurs zu stark schwankt, können Notenbanken in den Währungsmarkt eingreifen. Sie haben dafür verschiedene Methoden entwickelt. Ein Beispiel: Wenn eine Zentralbank den eigenen Kurs drücken möchte, kauft sie große Mengen einer fremden Währung und zahlt dafür mit der eigenen Währung.

Die Notenbank bringt auf diese Weise große Mengen eigener Währung auf den Markt. Dies soll bei gleichbleibender Nachfrage eine Abwertung bewirken. Aktuelle Beispiele sind Japan und die Schweiz. Auch Strafsteuern und direkte Devisen An- und Verkäufe sind Möglichkeiten der Währungsmanipulation.

Wechselkurse zwischen Währungen

Was ist ein Wechselkurs?

Als Wechselkurs bezeichnet man das Umtauschverhältnis zwischen zwei Währungen. Der Wechselkurs reguliert den Preis beim Wechseln einer Fremdwährung in eine inländische Währung oder umgekehrt.

Der Wechselkurs gibt Aufschlüsse über die Kaufkraft sowie Wettbewerbsfähigkeit einer Nation. Er wird deshalb auch als Umrechnungskurs zweier Währungen bezeichnet. Er ergibt sich durch die Anzahl einer Währungseinheit, die aufgebracht werden muss, um eine andere Währungseinheit im Wert aufzuwiegen.

Schwankungen – wie werden Wechselkurse beeinflusst?

Wechselkurse sind kontinuierlichen Schwankungen (Wechselkursvolatilität) unterworfen. Diese Schwankungen basieren auf dem Prinzip des Angebot- und Nachfrageverhaltens. Abgesehen davon werden Wechselkurse von Maßnahmen der Zentralbanken beeinflusst, die mit An- und Verkäufen für „geregelte Verhältnisse“ sorgen (s. manipulierte Währung). Aber auch politische Umbrüche haben Einflüsse auf den Wechselkurs einer Währung.

Wechselkursschwankungen sind Indikatoren der wirtschaftlichen Lage eines Landes. So sind enorme Kursschwankungen eindeutige Indizien für Wirtschafts- oder Finanzkrisen. Aus diesem Grund nimmt der Wechselkurs für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes einen wichtigen Stellenwert ein.

Nominaler und realer Wechselkurs

Der nominale Wechselkurs gibt den Wert einer Währungseinheit eines Landes in erforderlichen Währungseinheiten eines anderen Landes an. Er wird auch als nominale Mengennotierung bezeichnet. Er legt das Verhältnis der Einheiten zwischen verschiedenen Währungen, beispielsweise Euro und Pfund oder Dollar fest.

Formell wird der nominale Wechselkurs als Quotient zweier Währungen ausgedrückt, mathematisch gesehen kann man den Wechselkurs von Dollar und Euro so ausdrücken:

E = ($ / €) – wobei E der aktuelle Wechselkurs ist.

Ausgedrückt wird über diesen Quotienten der Preis einer inländischen Währung in ausländischen Währungseinheiten. Beispiel: Für 100 Euro muss man 127,15 Dollar bezahlen (fiktiver Wert).

Der reale Wechselkurs bezieht sich hingegen auf die Kaufkraft eines Staates. Der reale Wechselkurs drückt also den wirklichen Wert der Waren aus. Realer Wechselkurs wird in Fachkreisen auch als Lambda bezeichnet. Dies ist ein Verhältnis inländischer Güterpreise zu ausländischen Güterpreisen – ausgedrückt in derselben Währung, z. B. Euro oder Dollar.

Kostet beispielsweise eine Tafel Schokolade in Land A das doppelte wie in Land B liegt der reale Wechselkurs also bei 2.

Ein Steigen der Währung bedeutet gleichzeitig eine Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich. Eine Veränderung des realen Wechselkurses ist nur möglich durch eine Auf- oder Abwertung des nominalen Wechselkurses.

Die Europäische Währungsunion

Entwicklung der Eurowährung

Bereits im Jahre 1929 äußerte sich der damalige deutsche Außenminister Gustav Stresemann vor dem Völkerbund mit der Frage: „Wo bleibt in Europa die europäische Münze, die europäische Briefmarke?“ Die Verwirklichung Stresemanns Vision und somit die Erfolgsgeschichte der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) hatte dann aber erst Jahrzehnte später begonnen.

Im Jahre 1988 gründete der Europäische Rat einen Ausschuss, mit dem Ziel, konkrete Schritte zur Verwirklichung der EWWU zu begehen. 1990 wurde der Grundstein für eine europäische Währungsgemeinschaft gelegt: Alle Beschränkungen des Kapitalverkehrs zwischen den damaligen Mitgliedern der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft wurden aufgehoben. Die beteiligten Staaten wurden zu einer engeren Kooperation in der Wirtschafts-, Finanz- und Geldpolitik verpflichtet.

Die Verwirklichung der EWWU erfolgte am 7. Februar 1992. An diesem Tag wurde in Maastricht der Vertrag über die Europäische Union unterzeichnet. Dadurch wurde der Grundstein der Einführung einer gemeinsamen Währung gelegt. Der Maastrichter Vertrag war somit ein wichtiger Meilenstein eines gemeinsamen Europas.

Am 1. Januar 2002 wurde der Euro offiziell als europäische Währung eingeführt. Inzwischen bezahlen mehr als 320 Millionen Menschen in 19 Ländern mit dem Euro. Teilnehmende Staaten der Europäischen Wirtschaftsunion sind aber alle EU-Staaten, also auch Länder, welche bisher ihre eigene Währung beibehalten haben und den Euro noch nicht eingeführt haben. Der Euro zählt mittlerweile zu den wichtigsten Zahlungsmitteln der Welt.

Vorteile und Nachteile der Währungsunion

Die Einführung des Euros als Einheitswährung war ein großer Schritt innerhalb der Entwicklung eines gemeinsamen und sicheren Europas. Zweifelsohne gibt es viele Vorteile, aber auch einige Nachteile. Beides haben wir tabellarisch in einem Überblick zusammengefasst:

Vorteile der Währungsunion

Nachteile der Währungsunion

✓ Wegfall von Währungswechsel bei Auslandsreisen
✓ Keine Gebühren für den Geldumtausch, da dieser wegfällt
✓ Keine Wechselkursverluste bei Transaktionen
✓ Überweisungen innerhalb der Eurozone sind gebührenfrei
✓ Bargeldlose Bezahlungen innerhalb der Eurozone sind gebührenfrei
✓ Höhere Transparenz bei Transaktionen
✓ Der europäische Handel (wichtigster Absatzmarkt für Deutschland) entwickelt sich ohne Gefahr von Währungsschwankungen
✓ Innere Stabilität auch bei Auf- oder Abwertung gegenüber Drittländern
✓ Einheitlicher innereuropäischer Kapitalmarkt
✓ Breitbandigere Anlagemöglichkeiten, Wegfall des Risikos von Währungsverlusten
✓ Ausweitung der Absatzmärkte
✓ Schwankungen, die beispielsweise aus der Stärke der D-Mark resultieren konnten, werden auf alle Mitgliedsstaaten verteilt
✓ Mehr Stabilität der Finanz- und Devisenmärkte
✗ Keine einheitlichen Zinssätze innerhalb der teilnehmenden Nationen
✗ Keine einheitlichen MwSt.-Sätze der EU-Staaten
✗ stärkere Abgrenzung zu anderen “Nicht-EU-Ländern”
✗ Steuerzahler haften für Schulden von Krisenländern
✗ Währungspolitik als Mittel der nationalstaatlichen Wirtschaftspolitik fällt weg
✗ Der Euro ist für einige Länder zu stark (Diese Problem kann durch die EZB behoben werden)

Relevanz von Währungen bei Auslandsreisen

Währungstausch

Um Währungen zu wechseln empfiehlt sich das Aufsuchen einer Bank oder einer offiziellen WechselstubeOb Familienurlaub oder Geschäftsreise – ein wichtiger Punkt bei einer Auslandsreise außerhalb der Europäischen Währungsunion ist der richtige Umgang mit der Fremdwährung. Die Sicherstellung der kontinuierlichen finanziellen Liquidität während einer Reise ist wichtig. Noch vor wenigen Jahrzehnten war die einzige Möglichkeit, im Reiseland in Landeswährung zu bezahlen, das direkte Wechseln von Geld von Heimatwährung in Fremdwährung in Banken oder Wechselstuben. Heutzutage ist vieles einfacher, es gibt verschiedene Möglichkeiten, im Ausland zu bezahlen:

Geldwechsel in Wechselstuben, Banken, Flughäfen oder Hotels vor Ort

Geld wechseln vor der Reise bei der Hausbank (in der Regel eher ungünstig)

Bargeldlose Bezahlung mit einer Girocard (EC-Karte) oder Kreditkarte

Geld in Landeswährung abheben im Ausland mithilfe einer Girocard (EC-Karte) oder Kreditkarte an autorisierten Geldautomaten oder Kartenterminals

Kontaktloses Bezahlen mit einer Geldkarte oder dem Smartphone über die NFC-Technologie

Wechselkurse beobachten

Wer die Währungen potenzieller Reiseziele und den Verlauf der Wechselkurse zum Euro kontinuierlich beobachtet, kann das eine oder andere Schnäppchen machen. Der Wechselkurs und somit der Wert der Reisekasse in der Landeswährung des Ziellandes ist entscheidend für die Kosten der Reise.

Der Euro befindet sich seit einiger Zeit wieder auf Höhenflug. Im internationalen Vergleich ist der Euro sehr stark. Dies hat günstige Wechselkurse zur Folge. Der starke Euro macht das Reisen ins nichteuropäische Ausland derzeit attraktiv. Ein stabiler und starker Euro bietet beste Voraussetzungen für viele Reiseländer, darunter auch exotische Staaten.

Zahlungsmittel im Ausland

Für die Reise in einen Staat mit Fremdwährung bieten sich verschiedene Zahlungsmittel an:

Bargeld in Landeswährung: Dieses tauscht man am besten im Reiseland an serösen Wechselstuben. Hier erhält man den tagesaktuellen Wechselkurs. Mithilfe eines Währungsrechners und/oder einer Smartphone-App kann man die Kursschwankungen im Blick behalten und zu einem günstigen Zeitpunkt wechseln.

Girocard (EC-Karte): Eignet sich für bargeldloses Bezahlen und Abheben von Bargeld in Landeswährung, wird allerdings nicht weltweit akzeptiert. Es fallen bei Nutzung außerhalb der Eurozone Gebühren an.

Kreditkarten: Diese erfahren weltweit höchste Akzeptanz und sollten in der Reisekasse einen Stammplatz erhalten. Kreditkarten sind vielseitig – als bargeldloses Zahlungsmittel oder zum Abheben von Geld an autorisierten Automaten. Selbst in kleinsten Staaten kennt man Kreditkarten. Beim Geld abheben und beim bargeldlosen Bezahlen werden die tagesaktuellen Wechselkurse berechnet. Beim Einsatz gewöhnlicher Kreditkarten werden beim Auslandseinsatz Gebühren erhoben, Ausnahme bilden kostenlose Reisekreditkarten.

Reiseschecks: Eignen sich höchstens als Ersatzzahlungsmittel für die Reisekasse, weil sie bei Verlust sofort ersetzt werden. Der Verkauf von Reiseschecks wurde in Deutschland eingestellt, alte Reiseschecks haben an einigen Akzeptanzstellen aber noch Gültigkeit. Aber auch hier sind beim Währungswechsel Gebühren fällig.

Währungswechsel und Gebühren

Das Auslandseinsatzentgelt ist eine Gebühr, die beim Einsatz von Geldkarten im Ausland oder auch bei Einkäufen in Onlineshops anfallen kann. Auch bei Geldabhebungen an ausländischen Geldautomaten werden diese Gebühren in der Regel erhoben.

Nutzt man die Geldkarte in einer fremden Landeswährung, so wird eine Umrechnung dieser Fremdwährung in die inländische Währung notwendig. Das bedeutet für die Banken und Kreditinstitute einen zusätzlichen Aufwand. Dieser Aufwand wird durch die Erhebung des sogenannten Auslandseinsatzentgelts begleichen.

Das Auslandseinsatzentgelt beträgt in der Regel 1 bis 4 % des verfügten Betrags. Ausnahme bilden kostenlose Kreditkarten einiger Onlineanbieter, z. B. Reisekreditkarten oder Studentenkreditkarten. Wer mit diesen kostenlosen Kreditkarten Geld an Fremdbanken oder ausländischen Kartenterminals abhebt, bezahlt kein Auslandseinsatzentgelt.

Was sind Währungskrisen und Wirtschaftskrisen?

Per Definition versteht man unter einer Währungskrise die Unfähigkeit einer Volkswirtschaft, den Außenwert ihrer Währung aufrechtzuerhalten. Die Landeszentralbank des betroffenen Landes ist nicht mehr in der Lage, für die Stabilität der Währung zu sorgen. Dies führt zu einer rasanten Abwertung einer Währung, der Wechselkurs wird zunehmend instabil.

Nicht selten mündet eine Währungskrise in eine Finanz- und Wirtschaftskrise.

Definitionsgemäß ist eine Wirtschaftskrise eine deutliche negative Entwicklung des Wirtschaftswachstums. Eine Wirtschaftskrise kann sowohl auf eine einzelne Volkswirtschaft beschränkt sein, größere Krisen können auch mehrere Volkswirtschaften, im Extremfall die Weltwirtschaft betreffen und belasten. Wirtschaftskrisen als Folge einer Währungskrise werden in drei Ausprägungen unterschieden:

  • Stagnation – eine Volkswirtschaft kann kein Wachstum vorweisen, der wirtschaftliche Output stagniert
  • Rezession – der wirtschaftliche Output sinkt deutlich in einem Zeitraum mehrerer Quartale
  • Depression – langfristige Rezession, ohne dass sich der wirtschaftliche Output erholt

 

Wie entsteht eine Währungskrise?

Eine Währungskrise entsteht durch eine Situation, in der Spekulanten den Wert einer Währung runterdrücken. Ausgelöst wird eine Währungskrise, wenn Finanzmarktakteure aus einer Währung aussteigen (Zunahme der Kapitalabflüsse) oder bestehende Kredite nicht mehr verlängern (Abnahme der Kapitalzuflüsse).Dies führt zu einer plötzlichen und signifikanten Abwertung dieser Währung. Diese Tatsache wirkt sich dramatisch auf den Zustand der Gesamtwirtschaft aus.

Währungskrisen entwickeln sich durch verschiedene Situationen, in der Regel spielen mehrere politische und wirtschaftliche Faktoren eine Rolle. Ein häufiger Auslöser von Währungskrisen sind geldpolitische Entscheidungen, wie z. B. bei der türkischen Lirakrise Beispiele für Auslöser einer Währungskrise sind:

  • Politische Veränderungen
  • Wirtschaftliche Katastrophen
  • Fehlverhalten der Landeszentralbank
  • Kriege und innerpolitische Unruhen

Das Ergebnis ist unabhängig von der initialisierenden Situation immer das gleiche. Die jeweilige Währung, die von der Krise betroffen ist, erfährt innerhalb sehr kurzer Zeit einen sehr großen Wertverlust. Durch diesen Wertverlust werden die Wechselkurse instabil, es kommt zur Inflation. Die betroffene Währung verliert massiv an Kaufkraft.

Ändert sich die Situation, die zur Währungskrise geführt hat nicht, so kann sich eine Währungskrise zu einer Negativspirale entwickeln, eine Wirtschaftskrise auslösen und in der Folge die Volkswirtschaft und Bevölkerung in großem Umfang schädigen.
 

Berühmte Währungskrisen

Seit die Menschheit Kapital in den Händen hält, gibt es nicht nur Wohlstand, Investitionen und Reichtum, sondern auch Wirtschaftskrisen, Arbeitslosigkeit und Armut. Die Mechanismen, die zu den Krisen führen, haben sich über die Jahrhunderte weg wenig geändert. Hier einige Beispiele:

  • New Yorker Goldverschwörung 1869
  • Russische Revolution 1917
  • Währungskrise mit der Folge Weltwirtschaftskrise 1929
  • Zusammenbruch des British Empire 1945
  • Globale Währungs- und Finanzkrise 2008/2009
  • Türkische Währungskrise 2018

Geschichte der Währung

Wann gab es die erste Währung?

Die älteste Währung war aus Metall und wurde in Mesopotamien, dem heutigen Irak und Syrien, entdeckt. So benutzten die Sumerer bereits vor 2000 vor Christus Silber als Währung zum Bezahlen von Alltagsgegenständen.

Die älteste – heute noch gebräuchliche Währung ist das Pfund, es wurde vor 1200 Jahren eingeführt.
 

Vom Tauschgeschäft zur Kreditkarte

Lange vor der Erfindung von Geld als Währungseinheit wurden Tauschgeschäfte durchgeführt. Das bedeutet, ein Objekt wird gegen ein als Gegenwert getauscht. So waren beispielsweise Werkzeuge oder Nahrungsmittel beliebte Tauschobjekte.

Nach der Einführung der ersten Metallwährung im damaligen Mesopotamien hatten zwischen 700 und 500 vor Christus mehrere Völker unabhängig voneinander kleine Gegenstände wie z. B. Metallbarren als einheitliche Völkerwährung.

Im 11. Jahrhundert wurde in China das erste Papiergeld eingeführt.

Buchgeld in Form von Schecks trat zum ersten Mal in Italien im Laufe des 14. Jahrhunderts in Erscheinung.

Seit dem 20. Jahrhundert existiert das elektronische Geld als Weiterentwicklung des Buchgeldes. Dies war ein sehr großer Schritt. Daraus entwickelten sich die Geldkarten, der Grundstein für bargeldlose Zahlung wurde gelegt.

Währung im digitalen Zeitalter

Im 21. Jahrhundert bleibt es spannend, denn ganz neue Technologien wie zum Beispiel Kryptowährungen sind zunehmend im Gespräch. Was die Umstellung auf digitale Währungen bewirkt, und ob sie sich durchsetzt, bleibt offen.
 

Was hat es mit Bitcoins auf sich?

Bitcoin ist eine Form der digitalen Währung. Sie ist keine materielle Währung, sondern sie befindet sich in einem weltweiten dezentralen Zahlungssystem. Dies bedeutet, dass Bezahlungen mit Bitcoin nur P2P laufen, also von Person zu Person. Es bestehen dazwischen keinerlei Banken oder andere Finanzinstitutionen.

Vergleichbar mit materiellem Geld im Alltag muss die Kryptowährung aufbewahrt werden. Dies ist bei Bitcoins aber auch bei anderen Kryptowährungen durch sogenannte “Wallets” realisierbar. Diese sind quasi eine Art digitaler Geldbörsen, welche man auf Endgeräte wie z. B. Smartphone oder PC heruntergeladen werden können. Der Bitcoin wurde 2009 von einer anonymen Person mit dem Inkognito Namen Satoshi Nakamato ins Leben gerufen.
 

Perspektive – die Währungen der Zukunft

Abgesehen vom Bitcoin gibt es inzwischen eine Vielzahl anderer virtueller Währungen. Inzwischen existieren über 1000 Kryptowährungen. Die derzeit 5 bekanntesten digitalen Währungen sind:

  • Bitcoin
  • Ethereum
  • XRP
  • Litecoin
  • Bitcoin Cash

Niemand kann die Zukunft voraussagen, auch nicht die der Währungsentwicklung. Nur wenn alle Beteiligten die neuen Währungen als solche akzeptieren, kann sich daraus auch ein neues Zahlungsmittel entwickeln. So verhält es sich auch mit Kryptowährungen.

Ob sich Kryptowährungen letztendlich als „Hype“ herausstellen oder sich als Währung der Zukunft etablieren, steht zum heutigen Zeitpunkt noch in den Sternen.

 


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